Grenzüberschreitende Zusammenarbeit


Trotz aller erzielten Fortschritte und Erfolge: Auch 50 Jahre nach den Anfängen der europäischen Integration ergeben sich durch die nationalstaatlichen Grenzen weiterhin Hindernisse, die durch gezielte Zusammenarbeit nach Möglichkeit überwunden werden sollen. Dies gilt für alle Bereiche der Daseinsvorsorge - wie Gesundheitswesen, Energie- und Wasserversorgung, Raumordnung und Verkehr, innere Sicherheit oder Katastrophenschutz - ebenso wie für die wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit oder Umwelt- und Naturschutz.

Der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit kommt deshalb im Rahmen der Zusammenarbeit des Landes mit den Niederlanden und Belgien eine besondere Rolle zu. Sie steht zudem nicht nur für das Zusammenwachsen der Grenzregionen, sondern ebenso für das unmittelbar erlebbare "Europa im Kleinen".

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist dabei eine wirkliche "Erfindung" Nordrhein-Westfalens und seiner Nachbarstaaten, und noch heute gilt die Dichte und Qualität der Zusammenarbeit in unseren Grenzregionen als europaweit vorbildhaft.

Bei uns entstand im Jahr 1958 die erste grenzüberschreitende Arbeitsgemeinschaft überhaupt - die EUREGIO (mit Sitz in Gronau) - ebenso wie später, im Jahr 1976, die erste drei Staaten übergreifende Euregio (die Euregio Maas-Rhein mit Sitz in Eupen). Insgesamt decken heute vier kommunale Arbeitsgemeinschaften, oder Euregios, den gesamten Grenzraum zwischen Nordrhein-Westfalen und seinen Nachbarn Belgien und Niederlande ab. Neben der EUREGIO und der Euregio Maas-Rhein sind dies die Euregio rhein-maas-nord mit Sitz in Mönchengladbach und die Euregio Rhein-Waal mit Sitz in Kleve.

Die Euregios sind die zentralen Plattformen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und vor allem auch die Verwalter der Gemeinschaftsinitiative Europäische Territoriale Zusammenarbeit (INTERREG) der Europäischen Union, mit der diese die grenzüberschreitende Zusammenarbeit an den Binnen- und Außengrenzen der EU unterstützt. Neben den Euregios haben sich ebenfalls andere Formen der kommunalen Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg etabliert, vor allem mehrere Städtenetzwerke und grenzüberschreitende Zweckverbände auf der Grundlage des Vertrages von Anholt.

Auf der regionalen Ebene betreiben die grenznahen Bezirksregierungen des Landes - Düsseldorf, Köln und Münster - und die niederländischen Grenzprovinzen - Gelderland, Limburg und Overijssel - seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts einen intensiven und regelmäßigen Dialog. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit umfasst von Natur- und Umweltschutz über Wirtschaft und Technologie, Bildung und Forschung, Arbeit und Soziales, Gesundheit, Verkehr und Raumordnung, Kultur und Tourismus bis hin zur öffentlichen Ordnung alle Politikfelder und alle Bereiche des öffentlichen Lebens.

Weitere Informationen erhalten Sie über das Niederlande-Net des Zentrums für Niederlande-Studien an der Universität Münster. Spezielle Informationsangebote enthalten zum Beispiel die vom Land eingerichtete Informationsseite für Grenzpendler oder das Beratungsportal für kleine und mittlere Unternehmen.

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