Medienwirtschaft


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Medienhafen Düsseldorf

Nordrhein-Westfalen zählt seit Jahren zu den führenden Medienstandorten in Deutschland und Europa. 52.000 Unternehmen sind in NRW in der Medien- und Telekommunikationswirtschaft tätig. Sie setzten 2009 rund 120 Milliarden Euro um. Dies entspricht einem Anteil von 30 Prozent aller Umsätze dieser Branchen deutschlandweit und einem Anteil von 9,1 Prozent an der Gesamtwirtschaft Nordrhein-Westfalens.

Von 5.820.035 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im zweiten Quartal des Jahres 2010 arbeiteten 365.974 Beschäftigte (6,3%) in der Medien- und Kommunikationsbranche. NRW stellt damit 20,3 Prozent aller in diesen Branchen beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vergleicht man die Anzahl der Beschäftigten mit anderen Bundesländern, so liegt Nordrhein-Westfalen an erster Stelle.

Die Medien- und Kommunikationswirtschaft Nordrhein-Westfalens ist dynamisch gewachsen und nimmt seit Jahren eine wichtige Position in der regionalen Wirtschaftsstruktur des Landes ein. Das große Plus des Landes ist dabei seine Vielfalt. Während andere Bundesländer nur in einzelnen Teilbereichen stark sind, ist NRW in allen Segmenten der Medien- und Kommunikationswirtschaft breit aufgestellt. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Konvergenz der Medien ist dies ein großer Standortvorteil. Medien werden zunehmend darauf angewiesen sein, sich mit anderen Unternehmen zu vernetzen. In NRW finden sie diese in der direkten Nachbarschaft.

Fernsehen
Mit dem öffentlich-rechtlichen WDR und RTL haben zwei der größten Fernsehsender Europas ihren Sitz in NRW. Der WDR trägt nicht nur rund 20 Prozent zum Gemeinschaftsprogramm „Das Erste“ bei, sondern veranstaltet mit den Hörfunksendern 1Live (3,3 Mio. Hörer pro Tag) WDR 2 (3,1 Mio.) und WDR 4 (2,2 Mio.) drei der reichweitenstärksten Hörfunkprogramme in Deutschland. Starke Konkurrenz ist dabei der lokale Hörfunk. Mit 45 lokalen Sendern gibt es in keinem anderen Bundesland eine solche Vielfalt an Informationen aus der Region. Das Rahmenprogramm Radio NRW ist mit 5,1 Millionen Hörern täglich der reichweitenstärkste Hörfunksender Deutschlands.

Der Kölner Fernsehsender RTL ist seit Jahren Marktführer bei den Zuschauern von 14-49 Jahren und war 2011 mit 14,1 Prozent auch beim Gesamtpublikum auf Platz 1. Aber auch andere private TV-Sender wie etwa QVC oder Center.TV, das mit lokalem Fernsehen erfolgreich ist, haben in NRW ihre Heimat.

Rund um diese Sender hat sich eine bunte Produzentenszene entwickelt. Ein Drittel aller in Deutschland produzierten Fernsehminuten stammt aus NRW. Die Grundy Light Entertainment etwa produziert Erfolge wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Das Supertalent“. Das Unternehmen Brainpool ist für Erfolge wie „Schlag den Raab“ verantwortlich. Dauerbrenner wie die „Lindenstraße“ (Das Erste) werden ebenso in NRW produziert wie aktuelle Serienhits wie „Danni Lowinski“ (Sat.1) oder „Alarm für Cobra 11“.

Filmland
Zu der starken Produzentenszene passt, dass die beiden wichtigsten deutschen Fernsehpreise - der Grimme Preis und der Deutsche Fernsehpreis – jährlich in NRW verliehen werden.

Auch als Filmland ist NRW spitze. Mit den MMC Studios in Köln-Ossendorf und Hürth hat sich einer der größten Film und TV-Studiobetriebe Europas in Nordrhein-Westfalen angesiedelt. Die Filmstiftung NRW unterstützt die Filmbranche mit jährlich rund 33 Millionen Euro und ist damit die größte Länderfilmförderanstalt Deutschlands. Erfolge wie „Der Vorleser“, „Die wunderbare Welt der Amélie“ oder zuletzt Wim Wenders „Pina“, die maßgeblich in NRW produziert und gedreht wurden, sprechen ebenso für sich wie geförderte TV-Projekte wie „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ oder „Die Hindenburg“.

Traditionell stark ist NRW im Bereich der Telekommunikation – 72 Prozent aller Umsätze dieser Teilbranche in Deutschland werden an Rhein und Ruhr generiert. Mit der Telekom in Bonn und Vodafone und E-Plus in Düsseldorf haben drei der vier größten Mobilfunkkonzerne Deutschlands ihren Sitz in NRW, rund 22.000 Beschäftigte arbeiten dort und in anderen Unternehmen der Branche. Als Vorteil für die Telekommunikationsunternehmen erweist sich zunehmend die Nähe zu den Inhalteanbietern aus Film-, Fernseh- und Printbranche. Die Telekom ist mir ihrem Angebot Entertain inzwischen ins TV-Geschäft eingestiegen und bietet wie im Fall der Deutschen Fußball-Liga sogar um TV-Rechte für das IP-TV mit. Auch das mobile Fernsehen gilt als Wachstumsmarkt, in einigen Fällen wurden bereits Inhalte speziell für das mobile Fernsehen produziert.

16 Prozent aller Umsätze der Medien- und Telekommunikationswirtschaft in NRW stammen von den audiovisuellen sowie Print- und Onlinemedien. Mit zusammen rund 91.000 Beschäftigten arbeiten rund ein Viertel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Medien- und Telekommunikationswirtschaft in diesen Teilbranchen. Rund 40 Printverlage sind in der Region zwischen Rhein und Weser angesiedelt. Dazu zählen mit der Essener WAZ-Gruppe, der Kölner Mediengruppe DuMont Schauberg und der Düsseldorfer Mediengruppe RP drei der größten Regionalzeitungsverlage Deutschlands. Sie setzen verstärkt auf das Internet und stellen sich multimedial auf.

Gerade deshalb profitieren Verlage aber auch Fernseh- und Hörfunkanbieter auch von der Nähe zu Kreativunternehmen. Dazu zählt vor allem die Werbebranche, die in NRW stark aufgestellt ist. Rund 37 Prozent aller Umsätze der Werbebranche Deutschlands werden in NRW generiert.

Gamesbranche
Synergien ergeben sich auch mit der aufstrebenden Gamesbranche. Etwa 25 Prozent aller deutschen Unternehmen im Bereich der Computerspiele haben ihren Sitz an Rhein und Ruhr. Dazu zählen Branchengrößen wie Electronic Arts oder Ubisoft, die ihre Europazentralen in Köln und Düsseldorf haben. Aber auch viele Startups tummeln sich auf diesem Gebiet, wie etwa der Mittelständler Turtle Entertainment. Gerade im Entwicklersegment hat sich auch das Ruhrgebiet stark positioniert. In Mühlheim wurde 2010 mit der Games Factory Ruhr ein Branchenzentrum für Entwickler und Existenzgründer ins Leben gerufen. Mit der gamescom in Köln findet auch die weltweit wichtigste Messe für Computerspiele in NRW statt.

Damit die nordrhein-westfälischen Unternehmen auch in Zukunft gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden, kümmert sich NRW stark um die Ausbildung junger Menschen für die Telekommunikations- und Medienbranche. Beispiel dafür ist die Fachhochschule Köln mit ihrem Studiengang für Medientechnik und dem neu gegründeten Cologne Game Lab, das sich um die Ausbildung für die Gamesbranche kümmert. Die Internationale Filmschule Köln oder der Journalistikstudiengang der Universität Dortmund haben deutschlandweit einen hervorragenden Ruf. Hinzu kommen viele weitere Studiengänge an den über 60 öffentlich-rechtlichen und privaten Hochschulen des Landes.

Weitere Informationen in der Broschüre Medienland NRW (http://www.filmstiftung.de/standortbroschuere.html)

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