Polen


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Warschauer Königsschloss

Die Beziehungen des Landes Nordrhein-Westfalen zu Polen sind historisch begründet. Sie sind eng mit der Einwanderung polnischer Familien verbunden, die in der Kohle- und Stahlindustrie Beschäftigung bei uns fanden.

Auch in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sind immer wieder Zuwanderer aus Polen nach Nordrhein-Westfalen gekommen. Heute leben rund 133.000 polnische Staatsbürger in Nordrhein-Westfalen. Jeder vierte in Deutschland lebende Pole hat seinen Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen.

Hierin sind nicht die Millionen Flüchtlinge und Vertriebene enthalten, die nach dem 2. Weltkrieg ihre Heimat in den ehemaligen deutschen Ostgebieten verlassen mussten und von denen viele in Nordrhein-Westfalen Aufnahme fanden. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte daher 1964 die Patenschaft über die Landsmannschaft der Oberschlesier und die in der Bundesrepublik lebenden Oberschlesier übernommen und fördert sie seit dieser Zeit maßgeblich.

Alle diese Menschen haben wesentlich zum Aufbau des Landes Nordrhein-Westfalen beigetragen und leisten heute ihren Beitrag zu Verständigung und Versöhnung zwischen beiden Völkern. Vor diesem Hintergrund wird der Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und Nordrhein-Westfalen eine hohe Bedeutung beigemessen. Der kulturelle Austausch zählt zu den wichtigsten Instrumenten der Förderung von Verständigung zwischen Polen und Deutschen und daher auch zu den wichtigen Aktivitäten von Nordrhein-Westfalen.

Auch das Gedenken an den Holocaust spielt in den Beziehungen zu Polen eine zentrale Rolle. Die Landesregierung hat mit der Gedenkstätte Auschwitz am 1. Juli 2007 einen Vertrag geschlossen, um die Sicherung eines herausgehobenen Bestandes von Patientenakten aus dem ehemaligen SS-Hygiene-Institut zu gewährleisten.

Die Beziehungen im wissenschaftlichen und kulturellen Bereich sind umfangreich. Es bestehen mehr als 90 Städte- und Kreispartnerschaften und über 240 Schulpartnerschaften; 60 Schulen bieten muttersprachlichen Unterricht in Polnisch an. Hinzu kommen ca. 110 Hochschulkooperationen; rund 2.000 polnische Studierende studieren zurzeit an den Hochschulen unseres Landes.

Auch die wirtschaftlichen Beziehungen zu Polen sind vielfältig. In den Außenwirtschaftsbeziehungen des Landes Nordrhein-Westfalen nimmt Polen nimmt Rang 9 beim Export und Rang 8 beim Import ein. Gut 200 polnische Firmen haben zudem ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen.

Besonders verbunden ist Nordrhein-Westfalen mit der Woiwodschaft Schlesien. Dies hat vor allem historische Gründe (Einwanderung aus Oberschlesien nach Nordrhein-Westfalen, gemeinsame Erfahrungen als Montanregion). Mit Schlesien arbeitet Nordrhein-Westfalen zusammen mit der französischen Region Nord-Pas de Calais im Regionalen Weimarer Dreieck zusammen.

Ein Höhepunkt der Zusammenarbeit war das Polen-Nordrhein-Westfalen-Jahr (Link: http://www.mbem.nrw.de/europa/polen-nrw-jahr/ ) in den Jahren 2011 und 2012, das unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und dem polnischen Senatspräsidenten Bogdan Borusewicz durchgeführt wurde. In 2011 und 2012 konnten insgesamt 41 Projekte von der Landesregierung gefördert werden, um den kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Dialog auf breiter Basis zu intensivieren.  

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