Polen
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Die Beziehungen des Landes Nordrhein-Westfalen zu Polen sind historisch begründet. Sie sind eng mit der Einwanderung polnischer Familien verbunden, die in der Kohle- und Stahlindustrie Beschäftigung bei uns fanden.
Auch in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sind immer wieder Zuwanderer aus Polen nach Nordrhein-Westfalen gekommen. Heute leben ca. 109.000 polnische Staatsbürger in Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommt eine fast ebenso hohe Zahl aus Polen stammender Bürgerinnen und Bürger, die die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen haben.
Hierin sind nicht die Millionen Flüchtlinge und Vertriebene enthalten, die nach dem 2. Weltkrieg ihre Heimat in den ehemaligen deutschen Ostgebieten verlassen mussten und von denen viele in Nordrhein-Westfalen Aufnahme fanden. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte daher 1964 die Patenschaft über die Landsmannschaft der Oberschlesier und die in der Bundesrepublik lebenden Oberschlesier übernommen und fördert sie seit dieser Zeit maßgeblich.
Alle diese Menschen haben wesentlich zum Aufbau des Landes Nordrhein-Westfalen beigetragen und leisten heute ihren Beitrag zu Verständigung und Versöhnung. Vor diesem Hintergrund wird der Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und Nordrhein-Westfalen eine hohe Bedeutung beigemessen.
Die wirtschaftlichen Beziehungen zu Polen sind vielfältig. In den Außenwirtschaftsbeziehungen des Landes Nordrhein-Westfalen nimmt Polen nimmt Rang 9 beim Export und Rang 8 beim Import ein.
Die Beziehungen im wissenschaftlichen und kulturellen Bereich sind umfangreich. Es bestehen mehr als 90 Städte- und Kreispartnerschaften und über 240 Schulpartnerschaften; 60 Schulen bieten muttersprachlichen Unterricht in Polnisch an. Hinzu kommen ca. 110 Hochschulkooperationen; rund 2.000 polnische Studierende studieren zurzeit an den Hochschulen unseres Landes.
Nordrhein-Westfalen konzentriert seine Beziehungen zu Polen auf die Zusammenarbeit mit der Woiwodschaft Schlesien.
Stärker als in Bezug zu anderen europäischen Ländern haben im deutsch-polnischen Verhältnis die Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit und die Versöhnung zwischen beiden Völkern noch eine zentrale Bedeutung. Auch für Nordrhein-Westfalen als Teil der Bundesrepublik Deutschland ist deshalb der Beitrag zu Verständigung und Versöhnung zwischen beiden Völkern ein zentrales Element in seinen Beziehungen zu Polen. Der kulturelle Austausch zählt zu den wichtigsten Instrumenten der Förderung von Verständigung zwischen Polen und Deutschen und daher auch zu den wichtigen Aktivitäten von Nordrhein-Westfalen.
Auch das Gedenken an den Holocaust spielt in den Beziehungen zu Polen eine zentrale Rolle. Die Landesregierung hat mit der Gedenktstätte Auschwitz am 1. Juli 2007 einen Vertrag geschlossen, mit dessen Unterstützung die Sicherung eines herausgehobenen Bestandes von Patientenakten aus dem ehemaligen SS-Hygiene-Institut gewährleistet werden soll.
Im Jahr 2011/2012 findet das Polen-Nordrhein-Westfalen-Jahr der nordrhein-westfälischen Landesregierung statt, dessen Ziel es ist, die Kooperation weiter zu intensivieren und den kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Dialog auf breiter Basis zu fördern.
Ansprechpartner
Neuer Wettbewerb im Polen-NRW-Jahr
Die Dokumente zum aktuellen Wettbewerb können ab sofort wieder heruntergeladen werden.
Leitfaden für Bewerber (PDF, 11 KB)
Teilnahmeformular (DOC, 74 KB)
Zuwendungsantrag (DOC, 80 KB)
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